Wie gesund ist Rotwein?

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Wie gesund ist Rotwein?
Wie gesund ist Rotwein?
Wie gesund ist Rotwein?

Wahrheit oder Mythos?

Im Rahmen dieses Artikels möchten wir uns mit der Frage beschäftigen, welche – möglicherweise positiven – Auswirkungen der Genuss von Rotwein für unsere Gesundheit haben kann.

Dabei sei vorangestellt, dass dieser Artikel selbstverständlich keine ärztlichen Konsultationen ersetzen kann und bei Zweifelsfragen immer der Rat eines Mediziners eingeholt werden sollte. Denn auch beim Alkohol gilt, dass die Dosis das Gift macht und jeder übermäßige Genuss, wie in allen anderen Lebensbereichen auch, schädlich ist.

Dem Rotwein sagt man durch alle Zeiten nach, dass er, moderat genossen, gesundheitsfördernde Wirkung habe. Schon die alten Römer waren der Ansicht, Rotwein heile eine Vielzahl von Krankheiten und auch im Mittelalter betrachtete man Wein nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Medizin. Im Buch “Ein Winter auf Mallorca” zum Beispiel beklagt sich George Sand 1838 darüber, dass man auf der unzivilisierten Insel noch nicht einmal Rotwein bekäme, den sie so dringend für die Heilung ihres erkrankten Lebensgefährten, den Komponisten Frédéric Chopin, benötige.

Doch was ist dran an diesen Thesen und was sagt die moderne Forschung dazu ?

Ganz entschieden hat sich die Wissenschaft offenbar noch nicht, was sie vom roten Rebsaft letztlich halten soll. Immer noch gibt es durchaus unterschiedlich ausfallende Studien und widerstreitende Thesen. Doch es scheinen sich einige Ergebnisse heraus zu kristallisieren, die die These vom gesunden Rotwein untermauern.

Dabei schnitten allerdings französische Rotweine deutlich wirksamer ab, als ihre deutschen Pendants, was die Wirkung auf das Herz betrifft und das Potential, Arteriosklerose vorzubeugen. Sie enthielten bis zu viermal mehr Pflanzenstoffe, die Stickstoffmonoxid (NO) an den Gefäßinnenschichten freisetzen, welches die Verklumpung von Blutplättchen verhindert und dass sich Entzündungszellen an der Gefäßwand festsetzen können.

Zu diesen Pflanzenstoffen gehören insbesondere Flavonoide und Resveratrol, die sich vor allem in der Schale und den Kernen der Weintrauben befinden. Weißweine und Rosé profitieren hiervon nicht, da sie üblicherweise schnell und ohne langen Beerenhautkontakt gepresst werden.

Aber auch die Rebsorte ist entscheidend für die gesundheitsfördernde Wirkung des Rotweins. Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz, Malbec und Pinot Noir sind die Rebsorten, denen man die größte Konzentration an den bioaktiven Stoffen nachsagt, so dass die Weine aus Frankreich, aber auch Italien und Südafrika, die diese Rebsorten enthalten, bei Studien an Zellkulturen am effektivsten wirkten. Auch Antioxidantien, die der Zellalterung entgegenwirken, sind in den Schalen der Trauben vorhanden. Polyphenole (Tannin) sollen außerdem das Herzinfarkt-, Schlaganfall- und Krebs- sowie Demenzrisiko senken.

Egal ist dabei aber, ob der Wein aus Bioanbau stammt, oder wie er weiter verarbeitet wurde. Ersteres dürfte zwar dadurch gesünder sein, als der Wein weniger geschwefelt wird. Eine Barrique-Lagerung machte aber keinen Unterschied mehr aus bei der Frage nach seiner „Heilkraft“.

Kennen Sie das französische Paradox ?

Zusammengefasst besagt dieses, dass die Südfranzosen, die gerne dem Rotwein zusprechen, prozentual gesehen weit weniger unter Kreislauferkrankungen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen leiden, als ihre Nordeuropäischen Nachbarn oder die Franzosen im Norden, die mehr Bier und Schnaps konsumieren. Und das, obschon sie sich recht fettreich und eben nicht gerade abstinent ernähren. Dies wird zurückgeführt auf die gesundheitsfördernde Wirkung des Rotweins!

Ein französisches Sprichwort sagt: „Es gibt mehr alte Säufer als alte Ärzte“. Das ist selbstverständlich übertrieben und kann bestenfalls als Trinkspruch in geselliger Runde dienen, aber nicht als empirisch bewiesene Regel. Für eine heilsame Wirkung von moderatem Rotweingenuss sprechen allerdings inzwischen einige Indizien. Die individuelle Menge kann dabei jedoch stark variieren und hängt vom Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und einer Vielzahl anderer Faktoren ab. Auch hier gilt, dass im Zweifel fachkundiger medizinischer Rat eingeholt werden sollte.

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