Lambrusco – mehr als ein preisgünstiger Rebsaft

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Lambrusco Rebsorte

“Ahn der Vringspooz triffsten, met singe Kumpels un dä Mammutfläsch Lambrusco”. Wolfgang Niedecken, Mastermind hinter Bap, beschrieb 1981 mit dem Lied “Jupp” einen Stadtstreicher in Köln, der sich, begleitet von seinem Lieblingsgetränk, mehr schlecht als recht durch seinen tristen Alltag kämpft. Ein treffendes Bild, passend auch für den italienischen Wein Lambrusco, gewonnen aus der gleichnamigen Traube, stammend aus der Emilia-Romagna. Oder wir assoziieren mit ihm die Erinnerungen an die Abi- und Studentenzeiten, wo wir uns mit dem lieblichen und preisgünstigen Rebsaft versorgten und der Kater am nächsten Tag untrennbar dazu gehörte. Doch hat der Lambrusco das verdient? Ist das Klischee tatsächlich noch zeitgemäß? Wir meinen Nein!

Die Rebsorte Lambrusco

Lambrusco ist eine der ältesten Rebsorten der Welt. Bereits die alten Römer kannten sie und nannten sie Labrusca. Dabei ist dieser Wein eine nahezu ausschließlich italienische “Angelegenheit”. Anbaugebiete existieren zwar z.B. auch in Argentinien, sind jedoch aufgrund der geringen Menge und oftmals auch geringen Qualität zu vernachlässigen.

Lambrusco gibt es als weiße oder Rosé-Varianten, wobei die rote Variante, als trockener Rotwein, den weit überwiegenden Anteil stellt. Lambrusco ist bekannt für seinen fein moussierenden Charakter. Dieser entsteht dadurch, dass nach dem traditionellen Prozess der Maischegärung der Wein zunächst einmal zwischengelagert wird. Dann erfolgt eine zweite Gärung unter Luftabschluss, diese wird durch einen Kälteschock abgebrochen und führt zum verführerischen Perlen des Weins.

Seit ungefähr einer Dekade hat sich die Qualität dramatisch verbessert. Strenge Selektion bei der Auswahl der Trauben, Mengenbeschränkungen und eine aufwändige Kellertechnik bei den Gärprozessen haben dazu beigetragen, dass der Lambrusco heute bei weitem seinem ehemals schlechten Ruf enteilt ist.

Der Alleskönner

Vor allem ist Lambrusco universell einsetzbar. Gekühlt genießt man ihn zur Erfrischung, etwas wärmer setzt er seine volle Aromenvielfalt frei. Dabei macht er sich perfekt als Grillwein im Sommer. Denn seine Alkoholkonzentration hält sich in Grenzen und ihm wird nachgesagt, dass seine Perlen bei schweren Gerichten die Verdauung unterstützen soll.

Auch zu leichter, mediterraner Küche wie Pasta, Tapas oder süßen Vor- und Nachspeisen wie Panna Cotta passt dieser Wein. Dieser besticht mit seiner Frische, milder Säure und Fruchtnoten wie Kirsche, Brombeere oder Heidelbeere.

Und vielleicht wusste unser “Jupp” schon damals mehr als wir und ahnte, wohin die Weinreise geht?

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