Wenn ein Wein ein halbes Jahrhundert überdauert, sagt das mehr über ihn aus als jede Medaille. Der Delheim Pinotage Rosé aus Stellenbosch schaut in diesem Jahr auf fünfzig Jahrgänge zurück – seit 1976 ununterbrochen produziert und über die Jahrzehnte zu einem der beliebtesten Rosés Südafrikas geworden. Wir haben uns die Geschichte einmal genauer angesehen.
Geboren aus einer Krise
Die Mitte der 1970er Jahre war keine leichte Zeit für südafrikanische Winzer. Das Land hatte einen erheblichen Rotwein-Überschuss, auch bei Pinotage, und die Exportmöglichkeiten waren stark eingeschränkt. Auf Delheim hoch am Simonsberg suchte man nach einer Antwort. Kellermeister Otto Hellmer schlug vor, aus den Pinotage-Trauben einen Rosé nach dem Vorbild der hellroten Trollinger aus Württemberg zu keltern. Michael Hans „Spatz” Sperling, der das Weingut seit 1957 führte, stimmte zu.
Pinotage war für Sperling ohnehin eine Herzensangelegenheit. Bereits in den 1950er Jahren hatte er die Sorte gepflanzt, 1960 füllte Delheim einen eigenen Pinotage ab – nur ein Jahr nach dem ersten kommerziellen Pinotage Südafrikas überhaupt. Die Geschichte der südafrikanischen Rebsorte Pinotage begann allerdings schon 1925 mit einer ungewöhnlichen Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsault.
Der Rosé-Markt war damals ein anderer
1976 verlangten die Konsumenten nach einem süßlichen, fruchtigen Rosé. Der Pinotage wurde daher mit rund 20 Prozent Muskateller verschnitten – ein halbtrockener Wein, der vom ersten Jahrgang an begeisterte und Delheim an die Spitze des noch jungen südafrikanischen Rosé-Marktes brachte. Als erster Rosé des Landes erhielt er das „Superior”-Qualitätssiegel der Weinindustrie. Rückblickend hat Delheim damit mitgeholfen, Rosé als festen Bestandteil des südafrikanischen Weinangebots zu etablieren. Zahlreiche Produzenten folgten dem Beispiel.
Victor Sperling, Sohn des Gründers, erinnert sich an die legendären Launch-Events: „Mein Vater reiste mit frisch abgefüllten Kisten durchs ganze Land und lud Hoteliers, Gastronomen, Handel und Presse zu Mittagessen ein. Er trug rosa Hemd und rosa Fliege, ließ die Räume mit rosa Rosen schmücken und bat die Gäste, ebenfalls in Pink zu kommen. Es war ein echtes Happening und ein Höhepunkt im südafrikanischen Weinkalender.”
Heute: trocken, hell, präzise
Der aktuelle Stil ist deutlich schlanker als sein Vorgänger. Die Trauben stammen aus Drahtrahmenanlagen mit kühlerem Mikroklima und werden bei 21 bis 22 Grad Balling gelesen, einem Maß für den Zuckergehalt des Traubenmosts. Sofortiges Pressen sorgt für den „kurzen Kuss” Farbe aus den Beerenhäuten, danach folgen vierzehn Tage Gärung bei 17,5 °C und ein Monat Hefelager. Der Muskateller-Anteil wurde auf einen Hauch reduziert.
Kellermeister Roelof Lotriet betont: „Der Pinotage Rosé ist frisch, unkompliziert und zugänglich – das macht ihn so beliebt, selbst in einem Markt, in dem der Weinkonsum weltweit zurückgeht. Aber das heißt nicht, dass Qualität und Sorgfalt weniger wichtig wären. Unsere Trauben werden ausschließlich für den Rosé angebaut, denn Fruchtqualität und exakte Vinifikation sind entscheidend für Farbe, Aromatik und Frische.”
Im Glas zeigt sich ein zarter Zwiebelschalenton, in der Nase Blüten und Zitrus, am Gaumen Beerenfrucht, Mineralität und eine maritime Spannung.
Mitfeiern

Zum Jubiläum erscheint der Jahrgang 2026 als 50-Year-Celebration-Edition. Den Delheim Pinotage Rosé führt Vineshop24 seit vielen Jahren im Sortiment – trocken, vegan geklärt und bei 10 bis 12 °C ein idealer Begleiter zu Antipasti, mildem Thai-Curry oder mediterranen Salaten. Und wer die Rebsorte in ihrer roten Form genießen möchte, dem sei der Delheim Pinotage vom Simonsberg empfohlen.

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